Zurück betrachtet…

Wie sagt man so gerne? Man soll nach vorne schauen, nicht zurück

2016-04-14 12.08.39Und durchaus gbehersche ich diese Art von Blickwinkel unheimlich gut. Nichtsdestotrotz muss ich in diesem Fall eine Ausnahme machen. Denn durch eure Fragen, durch euer Interesse und natürlich im Bezug auf die Nachhaltigkeit meiner Erfahrungen ist es mir ein Anliegen, einige Dinge nochmal aufzuarbeiten bzw. ein Resumeé zu verfassen.

20.000 € war das Ziel. Knapp 11.000 € wurde erreicht. Hört sich für manch einen nicht nach Erfolg an. Blödsinn, wer das denkt. Allein aus der Tatsache, dass ich die 20.000 € völlig aus der Luft gegriffen habe. Sie waren ein Wert, den ich festgelegt habe um ein Ziel vor Augen zu haben. Einfach nur um los zu legen. Um zu „Machen“. Um etwas zu bewegen.

Die ständige Frage, was willst du erreichen.
Wo willst du hin. Wie soll das denn funktionieren?

2016-04-07 17.55.19Natürlich habe ich diese Fragen aufgenommen. Ich habe mich aber nicht entmutigen lassen, denn ich habe eine Antwort gehabt. Ich habe ein Ziel gehabt. Sei es auch noch so weit entfernt. Ich musste halt nur einmal los legen. Denn sobald man weiß, wo man hin will, kann man Entscheidungen viel einfacher treffen.
Ich habe bereits im Vorfeld viel Zeit investiert. Planung. Anschreiben von möglichen Unterstützern. Informationsbeschaffung. Ideen verwirklicht. Rückschläge. Keine Reaktionen. Dann wieder Hilfe erhalten. Aber auch nicht eingehaltene Zusagen. Auf und ab, wie das Leben nunmal spielt.

Das Ziel findet den Weg.


2016-04-07 15.44.33„Oder ist der Weg das Ziel“
wie man gerne behauptet. Diese Frage sollte sicher einige Male durch meinen Kopf gehen. Philosophieren lässt sich darüber allemal.
Nun ging es dann irgendwann los. Die Unterstützung war da. Ich musste sie nur aufnehmen. Ich musste sie herausfordern. Ich musste über meinen eigenen Schatten springen. Mehrmals. Und auch das hat sich jedesmal gelohnt.
Ich bin gewachsen. Ich habe meine Komfortzone verlassen.

Die kleinen Momente, denen man die volle Aufmerksamkeit schenkt, sollten zu Erinnerungen werden, die sich festsetzen.

2016-04-02 19.39.36Nicht die flüchtigen Fotos von Sehenswürdigkeiten. Nicht das Wetter, die Tiere, die Umgebung oder gar die Schmerzen.
Die Menschen, die mir Zeit gegeben haben. Die mir ihr Leben gezeigt haben. Die mir zugehört haben. Die interessiert waren. Oder die mir ihre ihre Erfahrungen, ihre Erlebnisse und ihre Geschichten anvertraut haben. Die, die für mich da waren. Und natürlich die, die mich mental, verbal und physisch begleitet haben und mich durch ihre Anteilnahme und Zuschriften immer aufs Neue motiviert haben. All diese bleiben mir in Erinnerung. Und dafür möchte ich nochmal einen großen Dank ausrichten.


Ich möchte bei meinem Rückblick nicht zu sehr auf einzelne Momente eingehen. Das würde den Rahmen sprengen und außerdem habe ich das ja in den einzelnen Berichten gemacht. Und die Frage, ob ich mit dem Erfolg meiner Aktion zufrieden bin und ob ich mir das so vorgestellt habe kann ich auch mit „Ja“ und „Nein“ antworten. Allerdings möchte ich das etwas ausfühlicher behandeln :)

Ziele und Erwartungen sind nicht das Gleiche

Zufrieden bin ich natürlich. Die angesprochene Summe hat meine Erwartungen allemal übertroffen. Denn ihr müsst unterscheiden, ein Ziel, hat nicht zwingend etwas mit der Erwartung zu tun. Eine Tatsache, die man beachten sollte.
Und was die Vorstellung dessen angeht, was ich zu Erleben gedachte und tatsächlich erlebt habe, so kann ich definitiv sagen, dass diese übertroffen wurde.
Ich konnte mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die einem helfen. Aber das es zum Einen so gut funktioniert und zum Anderen der Respekt, die Herzlichkeit und das Interesse an dem Menschen der sich auf solch eine Reise begibt so groß ist habe ich nicht erwartet. Das ich dann außerdem noch so viele Spenden zusammen bekommen habe ohne danach zu betteln, ist grandios. Allein durch meine Erzählungen, durch meine Motivation und durch meine Zeit den Menschen gegenüber.

Der Beginn jeder Veränderung liegt bei einem selbst

Es hat sich gezeigt, dass es verdammt viele Menschen gibt, denen Zeit wichtiger ist wie Geld. Die bereit sind, oder die gelernt haben, dass man nicht nur Anderen mit Zeit, Respekt und Herzlichkeit eine Freude machen kann, sondern selbst auch positiv davon profitiert.
Der erste Schritt, fängt nunmal immer bei einem Selbst an. Ob man glücklicher werden will. Ob man anders behandelt werden will. Ob man Einstellungen verändern will. Oder ob man generell mit der Menschheit und deren Denken und Handeln unzufrieden ist.
Fakr ist außerdem: „Scheint der Anfang auch noch so schwer, der Weg vermeintlich steil und lang… Wer den Anfang nicht wagt, wird am Ende nicht wissen, ob er es geschafft hätte.“


Unabhängig des Philosophierens, muss ich aber auch sagen, dass ich mir vorgestellt habe, ich hätte noch mehr Zeit. Für Schreiben, für mich Selbst oder für die Planung der nächsten Tage. So konnte ich nur selten wie vorgehabt die nächsten Radio Sender oder Zeitungen vor Ort anschreiben. Ich konnte nur selten telefonieren. Radio und Zeitung in der Heimat habe ich gar nicht mehr informiert. Und dementsprechend war ich um jede Hilfe froh, die mir z.b. die Suche nach einer Unterkunft abgenommen hat.

Umwege gestalten das Leben und machen es interessant

2016-03-31 10.53.30Die Streckenplanung im Vorfeld habe ich zudem auch überbewertet. Zu viel ändert sich im Laufe der Tour.  Viel schöner war es nach Lust und Laune zu fahren. Schönen Wegen zu folgen und nicht starr nach vorgegebener Route zu fahren. Die Kilometer mal außer Acht zu lassen und nicht die kürzeste Strecke zu nehmen. Die Suche nach dem Einen richtigen Grund. Intuition ist trainierbar. Und das Potential lässt sich nur entfalten, wenn wir ohne Angst vor Fehlern einscheiden können.
Ein Umweg ist nicht negativ. Umwege machen eine Reise erst interessant. Umwege machen ein Leben erst interessant. Umwege erzeugen den Charakter eines Menschen. Und natürlich den einer Reise…
Wenn aber Fehler bei Entscheidungen passieren, sollten wir uns selbst genauso wie anderen verzeihen können.
Bereuen tut man später das, was man nicht gemacht hat und nicht das, was einem nicht gelungen ist.


Wie war das jetzt mit den Schmerzen?
Nun, ein Ironman, Marathon oder Ähnliches ist sicher nicht leicht. Ruhig angehen ist bei diesen Distanzen das Eine. Das kann man lernen. Auch ohne eine negative Erfahrung bei einer ersten Teilnahme.
2016-03-30 14.15.09Aber bei 3 Wochen? Ich behaupte, dass kann man nicht einfach so mental lernen. Sonst hätte ich mich drauf eingestellt. Aber durchaus habe ich etwas zu schnell losgelegt. Beflügelt durch Rückenwind. Körperliche Fitness und die Tatsache, dass ich so schnell voran komme. Umdrehen war immer eine Lösung während der ersten Tage, so „nah“ war doch noch die Heimat. Abkürzen ging immer. Aber je weiter ich kam, umso mehr hat mich die Motivation der Menschen beflügelt. Ich wollte zu meinen Helfern. Sehen wer mich erwartet. Was mich erwartet. Ich wollte alles Aufsaugen was ich erleben kann. Nichts auslassen. Aber das geht nicht.
Schmerzende Knie durch überlastete Bänder und Sehen waren also ein Zwischenfazit auf welches ich mit Besonnenheit reagiert habe. Mehr Pausen, mehr Genuss durch eine ruhigere Fahrweise und Abschalten des Sportler Modus waren die angenehmen Resultate.

Man verpasst immer etwas…

2016-04-12 15.38.26Diese Tatsache ging mir durch den Kopf. Mir war sie bewusst. Ich musste sie nur richtig deuten. Positiv deuten. Denn wenn man immer etwas verpasst, dann erlebt man auch immer was. Nicht hier und jetzt spielt „das Leben“. „Das Leben“ geht eh an einem vorbei. Schließlich ist man selbst nur ein ganz kleiner Teil davon. Was man beeinflussen kann, ist aber die Empfindung des „eigenen Lebens“. Zwar sollte man das jetzt nicht gleich überbewerten, denn sonst haben andere Menschen nicht mehr genügend Platz, aber wenn man alleine unterwegs ist, ist es vorteilhaft den Fokus dementsprechend zu lenken.
Und da ich mit dem Thema Fokussierung vertraut bin, war es mir Möglich, meinen Weg als den richtigen zu betrachten. Entscheidungen fielen mir leichter. Ich musste nicht alles Aufsaugen. Nicht alles erleben. Jedoch musste ich das, was ich erlebe dementsprechend intensiv tun. Jeder Moment verdiente meine volle Aufmerksamkeit und ich habe mich nicht an Dingen festgehalten, die nicht erreichbar waren oder die ich auslassen musste.


Jetzt müsste ich eigentlich langsam mal zu einem Fazit kommen. Aber ich denke das kann man raus hören. Bzw zwischen den Zeilen erahnen.

So glücklich ich bin, wieder zu Hause zu sein, so glücklich bin ich auch, dass ich unterwegs war. Mir kann niemand diese Erfahrungen nehmen. Ich bin unheimlich dankbar und zufrieden. Außerdem habe ich viele Eindrücke gesammelt, die mich einige Regionen erneut besuchen lassen. Dann aber mit noch mehr Zeit und Ruhe…

Ob ich es wieder tun würde?
Definitiv ja…
Mit meinen jetzigen Erfahrung vllt etwas anders, aber mit meiner vorherigen war es genau richtig…

Vielen lieben Dank für alles und herzlichsteGrüße…

P1040209Gefahrene Route

Schreibe einen Kommentar