Es geht manchmal weiter als man denkt…

Ein sehr langer Tag geht zu Ende. Ich bin in der tiefen Eifel in der Nähe des Nürburgrings angekommen. Wenn ich heute morgen gewusst hätte, wie schwer es wird wäre ich womöglich noch auf dumme Ideen gekommen, hehe.
Aber glücklicherweise hat Georg mich in Koblenz abgeholt und zu ihm nach Hause gebracht. Es wurde viel höher und weiter als gedacht, aber gemeinsam haben wir meinen Körper in die „Berge“ gezogen, hehe. Da es schon spät ist und morgen ähnlich lang wird halte ich mich für heute kurz und verbleibe mit ein paar Fotos.
Morgen früh geht es um 8 h Richtung Bonn und an Köln vorbei bis Remscheid und Wuppertal nach Bochum. Da ich leider keine Zeit und Muße habe, die Presse zu informieren wird es auf eine unspektakuläre aber herzliche und absolut herbeigesehnte Ankunft bei meinem tollen Weib hinauslaufen. Bzw spektakulärer kann es für mich eigentlich nicht werden, denn sie ist nicht zum ersten Mal das Ziel eines vorher für mich unüberwindbar scheinenden Weges. Aber diese Geschichte habe ich an anderer Stelle schonmal verfasst… Inferno Triathlon Schweiz

Aber, das wird mich neben den Spendenstand von aktuell 8200 € sicher für die letzten Meter motivieren. Ich freue mich :-)

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Anders, unwirklich und dem Ende entgegen…

Auf den letzten Metern nehme ich nochmal einen Gang raus. Ich mache einen Tag Pause in Frankfurt. Es tut gut. Viele Dinge werden verarbeitet, reflektiert, aber auch bewusst davon Abstand genommen. Ich wollte die letzten Tage zusammen fassen, jedoch fällt mir das plötzlich nicht mehr so leicht.
Auf den gestrigen 115 Kilometer, die ich angenehmerweise zu zweit absolviert habe, versuchte ich zu begreifen, was ich die vergangenen 20 Tage erlebt habe. Es fühlte sich unwahr an. Vor einer Woche auf den Weg nach Bayern, vor zwei Wochen an der Ostsee. Vor 3 WochenC360_2016-04-15-19-03-16-155 in Bochum. Und dazwischen durch ganz Deutschland. Oft alleine, dann wieder viele fremde Menschen. Viele Unterhaltungen und Gespräche. Erfahrungen, die sich nicht fassen lassen
Nun, es wird wohl einige Zeit dauern, bis ich das alles komplett nachvollziehen kann. Aber vermutlich ist es auch das, was es so besonders macht. Was es langfristig so wertvoll machen wird.

Was den gestrigen und heutigen Tag so besonders macht, sind die Menschen, die ich kenne. Die langsame Rückführung in den Alltag. Die letzten 2 Etappen stehen ab morgen vor mir. Ich freue mich auch auf das „Ende“.

C360_2016-04-15-18-55-10-677Aber selbstverständlich möchte ich auch andere Dinge hervorheben. Der Tag auf Stefan Reinharts Bioweingut war spitze. Nicht nur ich, sondern auch mein Freund Tom, der mich vor Ort besucht hat und mit dem ich gemeinsam nach Frankfurt zurück gefahren bin, wurden phänomenal in die Kunst des Bio Weines eingeführt.  Mit dem Unimog ging es standesgemäß in den Weinberg und Stefan erklärte uns, warum Bio gleich Bio ist. Die Unterschiede zum konventionellen Anbau. Die Arbeit. Die Liebe. Und zum Abendessen natürlich der Geschmack.
Es gab nicht nur leckeren Wein, sondern auch tolles Essen. Schöne Unterhaltungen und ein sehr angenehmes Beisammensein. Ach, und nicht zuletzt natürlich ein ordentliches Paket für den Abend nächste Woche. Und durch die hohe Spendenbereitschaft von Stefan und Christine wird der Betrag in den nächsten Tagen noch steigen und ich bin mir sicher, dass wir die 10.000 € knacken werden. Sensationell…C360_2016-04-15-16-54-08-644
Achso, wer Stefan und Christine, bzw das ganze Sortiment aus dem Kühlschrank meiner Unterkunft selbst kennen lernen möchte, der kommt einfach vom 18.-22. Mai nach Bochum zum Weinfestival „Weine vor Freude“. So spart man sich zusätzlich die Versandkosten bei einer Bestellung 😉

C360_2016-04-16-13-46-55-993Vom gestrigen Regen haben Tom und ich uns dann nicht abhalten lassen und den Tag trotzdem mit einer geilen Tour sowie einen langen Abend gespickt. Außerdem haben wir jeden Sonnenstrahl genossen und ich wurde bestens verpflegt. Nicht nur der Wein und Flammkuchen unterwegs, sondern vor Allem das tolle Abendessen war richtig gut. Vielen Dank auch an Janina, die außerdem noch eine Spende für unsere gestrige Leistung übernimmt.  C360_2016-04-16-12-17-32-543 C360_2016-04-16-14-25-36-417

 

 

 

 

 

 

 

Ich werde am Dienstag übrigens zur letzten Etappe starten. Es ist noch nichts festgelegt. Ideen und Anregungen für den Zieleinlauf sind gerne erwünscht. Aktuell überlege ich, die letzte Etappe am Ausgangsort in Bochum zu beenden. Vielleicht auf der Feuerwache meiner Jungs. Oder im Fahrradladen meiner Untersützer? Mitten in der Stadt? Oder soll es doch woanders hingehen?
Ich richte mich nach euren Ideen. Mitfahrer sind erwünscht. Ich starte in Mayen in der Eifel, es geht über Bonn, Köln, Wuppertal bis nach Bochum.

Anbei die letzte Etappe und den gestrigen Weg. Morgen geht es dann von Frankfurt in die Eifel.

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
06:23:51 04:48:30 111.51 23.19 45.36 438.00
hours hours km km/h km/h meters

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Uterstützer

So, bevor ich mich bei noch strömenden Regen auf den Weg in die Pfalz mache, wollte ich noch die letzten Unterstützer erwähnen. Wir sind schon fast auf 8.000 € und mit dem Videoaufruf, der bei meinem Stopp in Nürnberg gemacht wurde, möchte ich diese Marke überschreiten.

 

Passend zum Ort der Aufnahme des Videos, möchte ich nämlich auch meine Jungs der 2. Abteilung der Feuerwehr Bochum erwähnen, die sich nicht haben lumpen lassen und die Geldbörsen geöffnet haben.

Außerdem haben die Jungs des FC Bayern Fanclub Red Dynamite ihren Beitrag geleistet und mein Projekt mit einer Spende unterstützt.

Ein besonderer Dank geht auch an die Eheleute Nassiry. Schon seit vielen Jahren sind diese sehr karitativ eingestellt und haben eine lange Zeit lang selbst Kleidung gesammelt und mit Containern in Krisenregionen verschifft. Da dieses Engagement durch eine Erkrankung so nicht mehr Möglich ist, suchen sie ständig nach neuen Projekten, um die Welt ein Stück lebenswerter zu gestalten und die Menschlichkeit zu fördern. Dieses mal haben sie einen großen Beitrag zu meiner Idee geleistet und dafür möchte ich ein herzliches Dankeschön richten.

Ihr motiviert mich weiter, und ich freue mich, auch bei Regen, mich ein weiteres mal aufs Rad zu setzen. Denn die nächsten Tage werden durch Begleitung und tollen Menschen beflügelt.
Nächster Stopp, Bioweingut Stefan Reinhart, dessen Wein ihr auch bei mir auf der Abschlussveranstaltung verkosten könnt.
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Die erste Hürde für heute überwunden, jetzt geht es auf die Straße 😊

 

Elapsed Time Moving Time Distance Average Speed Max Speed Elevation Gain
08:16:00 07:06:19 177.30 24.95 43.20 208.00
hours hours km km/h km/h meters

Heute habe ich wieder einige Meter absolviert. 2016-04-14 12.09.18

Aber das Wetter hat mitgespielt und die Strecke habe ich bewusst flach ausgewählt. Die Reise durch Frankreich war eher sehr einsam, aber ich bin trotzdem froh dort gefahren zu sein.

Selbst wenn ein Weg mal endlos wirkt und kaum Abwechslung bietet, sollte man trotzdem nicht den Mut verlieren. Erst am Ende des Weges erfährt man, ob man die falsche oder die richtige Entscheidung getroffen hat. Und egal zu welchem Entschluss man kommt, mit der richtigen Einstellung ergibt sich auf jedenfall ein positiver Effekt :)

2016-04-14 13.07.13Oder aber, hinter der nächsten Kurve sieht es plötzlich ganz anders aus.

Und auch dort kann es endlos geradeaus gehen, aber die Umgebung anders wirken. Ein anderes Bild, aber ähnlich wenig Abwechslung. Das Gemüt jedoch, ist ein ganz anderes.
Also kann es sich doch nur um Bilder im Kopf handeln, die die Einstellung zu Äußerlichkeiten beeinflussen.

Was, wenn wir ohne vorherigen Einfluss, ohne Vorurteile und ohne unseren festgefahrenen Bilder im Kopf die Dinge erleben? Auf Menschen zugehen? Sich Zeit zu nehmen, um sich ein eigenes Bild zu schaffen?
Es würde unser Leben viel schöner machen. Menschlicher. Und achtsamer.

Ich möchte in diesem Zusammenhang erwähnen, dass ich jeden Tag aufs Neue nicht wusste, wer mich erwartet. Ich habe mir bewusst ein eigenes Bild gemacht. Ich habe mich über jede Bekanntschaft gefreut und war immer positiv überrascht.
Ich war zu jedem Offen.
Ob 86 Jahre, ob Professor Dr. oder Student, ob Gynäkologe oder Anwältin. Ob Studentenwohnheim oder Schlosshotel, Ob Kamelhof oder Gästekammer.

Mir war es wichtig, den Menschen zu begegnen. Nicht den Status oder das was man mit bestimmten Eigenschaften verbindet.
Ich habe gelernt, solche „Vorurteile“ abzulegen. Mich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Ich bedanke mich für diese Erfahrungen nicht nur bei Christian Tietje, Sven Küspert, Tobi Kampling oder Anne Sander. Ich bedanke mich auch bei allen anderen, die mich so herzlich aufgenommen haben und an meiner Geschichte, an meinem Projekt und an meiner Einstellung interessiert waren. Und alle hatten eines gemeinsam. Sie haben Menschlichkeit ausgestrahlt. Außerdem waren sie dankbar und glücklich. Und sie haben mir ihre Zeit „geopfert“. Sie haben Zeit investiert und ich hoffe, ich habe Ihnen in dieser auch etwas zurück geben können.

Außerdem möchte ich mich mit der heutigen Etappe bei denen Bedanken, die mir so positive Nachrichten zukommen lassen. Ihr sollt wissen, dass mich solche ehrlichen Worte sehr berühren und motivieren. Ich freue mich, wenn ich merke, dass ihr etwas von meiner Idee, von meiner Einstellung und von meiner Motivation weiter gebt. Wenn ihr von meinem Projekt erzählt. Wenn ihr woanders um Spenden für meine Sache wirbt.
Aber seit nicht traurig, wenn ihr eine Absage bekommt.
Fakt ist, wer nicht fragt, bekommt nichts. Und wenn man fragt, und nichts bekommt, fragt man halt wen anders, bis man was bekommt :)

Nicht der Prozentuale Anteil ist wichtig. Seien es auch nur 2 %, die tatsächlich etwas in die Wege leiten und nicht nur reden, dann muss man nur mehr Menschen erreichen und die absolute Anzahl wird mehr. Ich bin kein Mathegenie oder Kaufmann, aber klingt doch logisch oder 😀

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Dem Unheil bzw dem gewirttrigen Regen- und Hagelschauern bin ich entkommen :)

Nun, soviel zu den heutigen Gedanken. Die Strecke an sich war sonst eher unspektakulär :)

Morgen geht es dann in die Pfalz zu meinem Weinhändler auf das Bioweingut von Stefan Reinhart Da freue ich mich besonders, dass mein Freund Tom mit dazu stößt und wir am Samstag gemeinsam nach Frankfurt fahren…

 

Liebe Grüße und gute Nacht aus Karlsruhe…